Medienkonzept/Mediencurriculum

Erster Entwurf Dezember 2013
erarbeitet von der Projektgruppe:  
Ellen Bernhardt (Fachberaterin Medienbildung an Grundschulen für den Wetteraukreis) und Nadine Stephan

VORWORT

Der Alltag der Kinder ist durch eine vielfältige Medienwelt geprägt.
Unsere Grundschüler wachsen wie selbstverständlich mit den
unterschiedlichsten Medien im privaten sowie schulischen Bereich auf.
Neben Büchern und Fernsehen kommen heutzutage Computer,
Internet und das Handy hinzu.
Wir wollen unseren Schülern ermöglichen, mit dem Medienangebot
kritisch, verantwortungsvoll, strategisch und sorgsam umzugehen.
Das vorliegende Konzept stellt einen Entwurf zur Implementierung
konzeptioneller Medienarbeit an unseren Grundschulen dar.

Im Rahmen der überfachlichen Fähigkeiten spielt die Medienkompetenz im Unterricht eine wichtige Rolle.

LEITIDEEN

1. Unser Ziel ist der bewusste Umgang mit alten und neuen Medien
und eine kritische Auseinandersetzung im Sinne des
dialogischen Lernens (Wechsel von Lehrer-Schüler-Perspektiven:
Lehrkräfte und Kinder lernen voneinander).
2. Die Arbeit mit Medien wird aktiv und kreativ gestaltet, sowohl
spielerisch als auch zielorientiert. Im Umgang mit Medien
werden Grundlagen zur Erweiterung der Ausdrucks- und
Handlungsfähigkeit erworben.
3. Der sinnvolle Umgang mit Medien ermöglicht ein
facettenreiches/abwechslungsreiches und gleichsam
ökonomisches Arbeiten (Einfachheit, Niedrigschwelligkeit).
4. In Sinne der Bildungsstandards erfolgt unsere
Medienkompetenzentwicklung in erster Linie fachübergreifend.

Folgende Fähig-und Fertigkeiten stehen im Fokus der Medienerziehung:

  • PC als Arbeitsinstrument kennen lernen und nutzen

Lern- und Arbeitsergebnisse festhalten und dokumentieren (Tastatur benutzen, Texte eingeben, einfache Formatierung, drucken im Hoch- oder Querformat, Umgang mit „speichern unter“, Umgang mit Dateien, Seite einrichten, Umgang mit Tabellen, Grafiken einfügen, verkleinern, vergrößern, Umgang mit Sprechblasen, Arbeit mit Textfeldern, etc.)

Maßnahmen:

Fähig- und Fertigkeiten werden im Hinblick auf Textverarbeitungsprogramme in der PC – AG gezielt geschult.  Darüber hinaus kommen die dort erworbenen Kenntnisse
im Rahmen von Wochenplan- und Stationsarbeiten in den Medienecken der Klassenräume zur Anwendung.

Der Lernerfolg wird durch Erlangen des Computerführerscheins (3. Schuljahr) dokumentiert.

  • PC als Recherche- , Informations- und Lerninstrument


Die Lernenden sollen das sichere Agieren im Internet und in der, an der Schule vorhandenen Lernsoftware, festigen.

Wissensaneignung:
Internetlehrgang (Internet ABC)
über Lernsoftware (Landeslizenzen Hessen)
Umgang mit Suchmaschinen, Informationsnutzung, Quellenangaben machen, Umgang mit dem Internetexplorer, Datenschutz

Bei der Durchführung des Internetlehrgangs erhalten die Lernenden direktes Feedback durch eine im Programm enthaltene Urkunde.

Ausblick:
Erlangen des Zertifikats „Internet ABC in der Schule“

  • PC als Kommunikationsinstrument


Die Schülerinnen und Schüler können per E-Mail im Rahmen der Lernsoftware miteinander kommunizieren.


MEDIENCURRICULUM

Klassenstufe 1

Kompetenz  und Umsetzungsvorschlag

Audio
Ich kann Geräusche unterscheiden (laut-leise, angenehm – unangenehm) und zuordnen, sowie die Richtung angeben
Geräuscherätsel, Spiele
Vorlesen, Reime / Laute hören,
Audio
Ich kann still werden und mich auf das Hören konzentrieren. (Hörclub, )
    Stilleübungen,
Phantasiereisen
Vorlesen

Computer
Internet
Ich kann ein paar Dinge aufzählen, die man mit dem Computer machen kann.
Collage mit eigenen Bildern erstellen, Mind-Map mit Bildern der Kinder, Gespräch
Bsp. Mein Computerheft 1 / 2, ab S.
17 vom Herdt-Verlag

Computer
Internet
Ich kenne die Regeln am Computerarbeitsplatz.
gemeinsames Entwickeln eines Regelkataloges

Computer
Internet
Ich kann einen Computer starten und herunterfahren.

Computer
Internet
Ich kann die Teile eines Computers benennen.
AB aus „Mein Computerheft“ S. 6

Computer
Internet
Ich kann die Maus / Tastatur bedienen. Spiele z.B. „ Fang die Maus“,
Schreiben erster Wörter

Computer
Internet
Ich kann Lernsoftware mit Unterstützung benutzen.
z.B. Lernsoftware Hessenlizenzen: Schreiblabor, Budenberg, Lernwerkstatt, etc.
zu Unterrichtswerken, Fibeln etc.

Computer
Internet
Ich gehe nur in Absprache mit meinen Eltern / Lehrern an den Computer. Elternarbeit

Audio
Ich habe Ideen, wie ich bestimmte Geräusche mit Gegenständen nachmachen kann und kann die eigene Stimme kreativ / variabel / zielbewusst einsetzen.
Gedichte / Geschichten verklanglichen / mit der Stimme gestalten

Computer
Internet
Ich kenne ein Schreibprogramm und kann Texte schreiben und verändern. (Groß -Kleinschreibung , Korrekturen, Einfügen,...)
z.B. Thema „Zoo“ / „Haustiere“
Steckbriefe gestalten,
Internetrecherche zu einzelnen
Tieren

Klassenstufe 2

Computer
Internet
Ich kann zunehmend selbstständig in Antolin arbeiten (an- und abmelden,
Buch eingeben, Fragen beatworten)
Antolin

Computer
Internet
Ich kann Lernprogramme starten und deren Menü bedienen.
Lernsoftware , z.B. Lernwerkstatt, Budenberg,

Medienethik
Ich kann einschätzen wie viel Zeit am Tag ich mit fernsehen ( auch Spielekonsole), Computer und Handy verbringe und kenne Alternativen zu meiner Freizeitgestaltung
Diskussion über die Tagesaktivitäten mit Hilfe eines „Zeitstrahls“/ „Zeituhr“
„Was ist mir wichtig?“
Elternarbeit / -beratung
Spielestunden in der Klasse, Kennenlernen von Bewegungs- /Pausenspielen , Brettspielen,..
Spiele AG

Klassenstufe 3

Audio
Ich kann mit Unterstützung eine
Tonaufnahme machen.
Erste Übungen mit einem
Tonaufnahmegerät,

Computer/
Internet
Ich kann die Grundzüge eines
Schreibprogramms nutzen und Texte
gestalten.
Ich weiß, wie man eine Datei speichert
und zur Wiederbearbeitung öffnet.
Computerpass (siehe Anhang)
Projekte / Ausflüge dokumentieren, Klassentagebuch

Computer/ Internet

Ich weiß, wozu ich das Internet nutzen kann
Ich kann Adressen eingeben und gewünschte Seiten aufrufen
Ich kenne Suchmaschinen für Kinder und weiß, dass es im Internet Seiten für Kinder gibt.
(Siehe „Mein Computerheft 3/4. S. 46 und S. Streuff: „Ran an die Mäuse“ Careline Verlag. S. 65/66)
Internet ABC
www.seitenstark.de
www.blindekuh.de
www.hamsterkiste.de
www.fragfinn.de
www.zzzebra.de
www.helleskoepfchen.de
www.emil-gruenbaer.de
www. kidsweb.de
Filme von „Willi will’s wissen“ oder
„Sendung mit der Maus“, „Wissen
macht Ahh!“

Medienethik
Ich kann andere Kinder interviewen, wie sie Medien nutzen.
Ich kenne Regeln, um sicher im Internet unterwegs zu sein.
Ich kann Werbung von informativen Texten unterscheiden.
Ich weiß, dass ich nicht alles glauben kann, was im Internet veröffentlicht wird
Ich weiß, das ich im Internet nicht meinen vollen Namen, meine Adresse ,
mein Alter und meine Telefonnummer angeben darf
Ich weiß, dass es das „Recht am eigenen Bild“ gibt und kann es erklären.
Mediennutzungsbefragung (z.B. Antolin
Erarbeiten von Regeln
Nutzung von www.klicksafe.de
„Internet-ABC“, www.klicksafe.de

Foto
Ich kann mit dem Fotoapparat dokumentieren und präsentieren.
Dokumentation eines Wandertages,
einer Klassenfahrt, eines Schulereignisses…

Klassenstufe 4

Audio
Ich kann selbstständig ein Interview /
Hörspiel planen und mit Unterstützung
umsetzen
Interviews führen, z.B. (z.B. Thema Haustiere) und aufnehmen

Computer
Internet
Ich kann mit Unterstützung Suchergebnisse beurteilen.
Ich weiß, dass ich Texte, Bilder, Filme oder Musik aus dem Internet nicht
einfach so kopieren und weitergeben darf.
Recherche im Buch, Internet, Lexikon und Vergleich mit Präsentation
„Internet-AbC“ (siehe Handbuch ab S. 133)

Computer
Internet
Ich kann mit Unterstützung Suchergebnisse beurteilen.
Ich kann ein Unterrichtsprojekt erarbeiten

Medienethik

Ich weiß, dass ich Texte, Bilder, Filme oder Musik aus dem Internet nicht einfach so kopieren und weitergeben darf.
Ich weiß, wie ich Medien nutzen kann und von welchen Medien ich welchen Nutzen habe.
Ich weiß, dass Bilder veränderbar sind und kenne einfache Bildbearbeitungstechniken.
Informationen über Copyright,
Kinder nach Begründungen suchen lassen
Recherchevergleich Buch contra Internet ,
Vergleich: Film contra Buch contra Theater

Überprüfen des Könnens anhand eines Kompetenzrasters
neben dem unterrichtlichen Bezug auch Anwendung des Gelernten bei Projekten, Schulfesten, Klassenfahrten, Ausflügen u.Ä.
Regelmäßige Ressourcenabfrage und Austausch innerhalb des Kollegiums (Wer kann was?)
Schulinterne Fortbildungen (Medienpädagogen, mit Medienzentrum u. Ä.)

AUSBLICK UND NACHHALTIGKEIT

- Eine Medienkiste soll angelegt werden und sukzessiv mit Unterrichtsbeispielen und -materialien erweitert werden, alle Kollegen erhalten auf diese Weise einen Einblick und Anregungen zur medienpädagogischen Arbeit.
- Das Medienkonzept soll durch die Kollegen in allen Jahrgängen
erprobt werden.

Diese Erprobungsphase soll ca. ein halbes Jahr
dauern.
- Anschließend führt die Projektgruppe die Evaluation des
Medienbildungskonzeptes durch Befragung und Auswertung im
Kollegium durch (Kriterien: Authentizität, Realisierbarkeit,
Unterstützungsmöglichkeiten sowie individuelle Erfahrungen und
Erlebnisse).
- Anschließende Aufnahme des Medienbildungskonzeptes in das
Schulprogramm (bzw. Austausch des bestehenden durch das
neue und überarbeitete Konzept).
- Aufnahme des Themas „Computer“ / „Internet“ in das
Sachunterrichtscurriculum.

- Nutzung der Lernplattform „wtkedu“
- Feste Implementierung der Nutzung des interaktiven Whiteboards im Unterricht.

Eine Nachhaltigkeit wird auf zwei Ebenen angestrebt.

Schüler:

Überprüfen des Könnens anhand
eines Kompetenzrasters
- neben dem unterrichtlichen
Bezug auch Anwendung des
Gelernten bei Projekten,
Schulfesten, Klassenfahrten, Ausflügen o.Ä.

 Lehrer:
Regelmäßige Ressourcenabfrage
und Austausch innerhalb des
Kollegiums (Wer kann was?)
- Schulinterne Fortbildungen
(Medienpädagogen, mit Medienzentren und Fachberatern

Für alle gilt: Vom passiven Nutzer zum aktiven Gestalter
der eigenen Medienwelt.